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Von der Ordnung der Rassen

verschiedene Hunderassen

Bei keinem anderen Haustier treten so viele Rassen auf wie beim Hund. Die große genetische Variabilität des Hundes scheint heutzutage die Züchter zur Übersteigerung von rassetypischen Merkmalen zu verleiten. Die Folgen hiervon sind Hunde denen ein artgerechtes Leben fast unmöglich ist.
Solange die Hunde vielfältige Aufgaben zu verrichten hatten, sie dienten als Jagdhund, Kriegshund, Hütehund, Schutzhund, Lasttier oder als Nahrung, lag das Zuchtziel zunächst in der Ausprägung der Eigenschaften, die für die geforderten Leistungen benötigt wurden. Die Hunde sahen weitestgehend ähnlich aus.

Eine Rasse definiert sich dadurch, dass es sich um Tiere gleicher Art handelt (Schlag), die gleichartige Nachkommen zeugen.

Die Rassen zu Zeiten der Römer

Zu Zeiten der Römer wurden wohl erstmals die Hunde in Rassengruppen eingeordnet. Die Unterteilung ergab sich aus der Funktion, die die Hunde inne hatten. So gab es zum Beispiel

  • Haushunde
  • Schäferhunde
  • Kriegshunde
  • nach der Nase jagende Hunde
  • nach Sicht jagende Hunde

Die Rassen im Mittelalter

Der erste Rassenhundzuchtkatalog wurde 1486 Julia Berners, der Priorin des Nonnenklosters in Sopwell, Herdfordshire, England, zu geschrieben. Sie unterteilte die Hunderassen in

  • Windhunde
  • Bastarde (sind gewollte Mischungen aus verschieden-rassige Elterntiere)
  • Mastiffs
  • Bluthunde
  • Beagle
  • Bulldoggen
  • Terrier
  • Schäferhunde mit langen Ruten
  • Parias (Straßenhunde, also Hunde die in der Nähe von Menschen leben, aber nicht von ihnen versorgt werden)
  • Toys (darunter versteht man Zwerghunde wie Chijuajua)

Mittelalterlicher Spitz (Quelle: The Lutrell Psalter, British Library)
Mittelalterlicher Spitz (Quelle: The Lutrell Psalter, British Library)

Die Rassen im 18. Jahrhundert

1790 unterteilte der deutsche Arzt Johann Georg Friedrich Franz in seinem Buch Naturgeschichte der Hunde nach ihren verschiedenen Arten die Hunderassen in drei Gruppen:

  • die Hauptrassen
  • Darunter wurden Schäferhunde eingeordnet, desweiteren der Bauernhund (Haus- und Hofhunde), Doggen, Windhunde, Wolfshunde, nordische Rassen, Jagdhunde, Spürhunde und einige mehr.

  • die Blendlingsrassen
  • Darunter verstand man Hunde, die aus Verpaarungen von unterschiedlichen Hauptrassen entstanden sind.

  • die doppelten Blendlinge
  • Darunter verstand man Hunde, dies aus Verpaarungen von Blendlingsrassen entstanden.

Das Reinrassigkeitsgebot im 19. Jahrhundert bis heute

Erst im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt durch das Bekanntwerden der Mendel’schen Vererbungsgesetze, veränderten sich die Methoden in der Tierzucht. Der Gebrauchszweck des Hundes trat zunehmend in den Hintergrund und dem äußeren Erscheinungsbild wurde mehr Gewicht beigemessen. Es begannen sich Vereinigungen zu bilden, die sich zum Ziel setzen, das Hunde sich nur mit anderen identischen Hunden paaren sollten. Damit begann die Reinrassenzucht. Zuchtbücher und Stammbäume wurden eingeführt. Die ersten Zuchtschauen wurden durchgeführt.
Heute legen der FCI (Fédération Cynologique Internationale), der AKC (American Kennel Club), der CKC (Canadian Kennel Club), der TKC (The Kennel Club of Great Britain) oder der UKC (United Kennel Club) und viele mehr, die anerkannten Rassen fest.

Der FCI hat mittlerweile ungefähr 340 Rassen anerkannt. Diese werden in 10 Gruppen unterteilt, die wiederum in verschiedene Sektionen gegliedert sind. Nachzulesen kann man dies unter der Rassennomenklatur der FCI.

Literaturtipps:

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