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Vom Wolf zum Hund

Wölfe

Jeder weiß, dass der Hund vom Wolf, genau genommen vom Grauwolf, abstammt. Der genetische Code von Wölfen und Hunden ist zu 99,96% identisch. Dennoch ist der Hund kein Wolf.

Es ist unbestreitbar, dass Hunde einige Eigenschaften mit den Wölfen gemeinsam haben. Hierzu gehören zum Beispiel die grundlegende Anatomie, der feine Geruchssinn und ihre Fähigkeit dauerhafte soziale Bindungen einzugehen. Dennoch unterscheiden sich Hunde in vielerlei Hinsicht von den Wölfen.
Ein offensichtlicher Unterschied ist das Aussehen. Es gibt winzige Hunde, sehr große Hunde, Hunde ohne Fell, Hunde mit sehr viel Fell und so weiter. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass sich Hunde an ein Leben mit Menschen angepasst haben. Biologen haben erkannt, dass Hunde keine Rudeltiere sind. Sie schließen sich zwar hin und wieder zu Gruppen zusammen, bilden aber eher keine Familienverbände ganz im Gegensatz zu den Wölfen. Sie gehen lieber Beziehungen zu Menschen ein. Trotzdem brauchen die Hunde Kontakt zu Artgenossen.

Im biologischen Sinn ist ein Rudel ein geschlossener (d.h. nicht beliebig austauschbarer) und individualisierter (die Mitglieder erkennen sich individuell) Zusammenschluss von Tieren. Oft besteht dieser Zusammenschluss aus Mitgliedern einer Großfamilie, wie dies bei den Wölfen üblich ist.

Warum unterscheiden sich Wölfe und Hunde?

Im Grunde sind diese Veränderungen das Ergebnis der Domestikation. Wann und wie sich die Domestikation vollzogen hat ist noch nicht abschließend erforscht. Anhand von Knochenfunden und Analysen der DNA vermuten die Wissenschaftler, dass die Hunde schon seit etwa 15000 Jahren mit Menschen zusammenleben. Weiter scheint es erwiesen, dass Wölfe in mehreren unterschiedlichen Gebieten domestiziert wurden.
Für die Hintergründe wie Wolf und Mensch zusammenfanden, gibt es unterschiedliche Theorien. Jede Theorie scheint für sich genommen möglich zu sein. Endgültige Beweise für die eine oder andere gibt es bisher aber noch nicht.

Sicherlich war das Eingreifen des Menschen in die Zucht zu Beginn der Domestikation kein bewusster Prozess. Die frühen Jäger und Sammler griffen eher unbewusst in die Domestikation ein, vermutlich durch die Tolerierung der Wölfe in der Nähe der Siedlungen.
In einem kontinuierlichen Prozess begannen sich die Wolfspopulationen zu trennen und aus den Wölfen, welche die Nähe des Menschen suchten und somit zutraulicher wurden und eine geringere Fluchtdistanz zeigten, wurden Hunde.

Erst vor mehr als 5000 Jahren wurden Hunde bei bestimmten Aufgaben eingesetzt. Davon zeugen Skulpturen und Zeichnungen. Beispielsweise wurden spezielle Jagdhunde zur Gazellenjagd eingesetzt.

Abbildungen alt-ägyptischer und -syrischer Hunde
Abbildungen alt-ägyptischer und -syrischer Hunde, aus The Dog Book, Volume 1, James Watson, Doubleday, Page & Company, 1906

Von dieser Zeit ab wurde bewusst gezüchtet, wobei sich die Hunde den menschlichen Partner nach eigenen Präferenzen aussuchen konnten. Ab dem Mittelalter begann der Mensch die Hunderassen weiter zu spezialisieren. Mitte des 19. Jahrhundert entstand die Idee, dass sich Hunde nur mit anderen identischen Hunden paaren sollten. Die ersten Hundeausstellungen fanden statt. Damit die Ausstellungshunde verglichen und bewertet werden konnten, schlossen sich englische Züchter zu einem Verband zusammen und legten die ersten Rassestandards fest. Die sogenannte Rassenzucht entstand.
Heutzutage unterscheiden sich die Hunderassen stark im Aussehen und in ihrer Veranlagung. Aktuell gibt es mehr als 450 Rassen, davon sind 341 Rassen im FCI (Fédération Cynologique International) gelistet.

Literaturtipps:

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