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Quo vadis Zucht ?

Afghane - Urheber: maryart1 / 123RF Lizenzfreie Bilder

Ein nicht ganz wertfreier Beitrag über die Zucht.

Die Probleme in der Zucht

Die unterschiedlichen Hunderassen entstanden über 10.000 von Jahren hinweg. Zunächst wurden die Hunde hinsichtlich ihrer Arbeitsleistung selektiert und erst in jüngerer Zeit ist durch die Selektion nach Schönheit dieser Aspekt entfallen oder zumindest zurück gedrängt. Der Wunsch des Züchters, immer schneller das Ideal zu erreichen, führte schließlich zur Inzucht und in letzter Konsequenz zur Inzestzucht. Christoph Jung schreibt in der März Ausgabe, 2012 des Hundemagazins WUFF:

… Ganz im Gegenteil erlaubt der VDH, wie die meisten anderen Zuchtverbände auch, Inzestzucht ausdrücklich. Es wird lediglich verlangt, dass eine Ausnahmegenehmigung des Rassehunde Zuchtvereins vorliegt. In vielen VDH-Mitgliedsvereinen wird dann auch auf „vorherige schriftliche Genehmigung des Zuchtleiters“ (hier z.B. Beagle Club Deutschland) und ähnliche Regelungen abgestellt. So wird Inzestzucht faktisch unbehelligt praktiziert – hier und heute. …

Mit der Schließung der Zuchtbücher bleibt den Züchtern letzten Endes auch keine andere Möglichkeit als zum Zuchtmittel Inzucht, bzw. Inzestzucht zu greifen.

Ist die Genforschung der Heilsbringer ?

Symptome aus der Überzüchtung sind Erbkrankheiten, Allergien und Verhaltensauffälligkeiten.
Nicht zuletzt als im Jahr 2005 das Genom des Hundes entschlüsselt wurde, das als Revolution in der Kynologie und im Zuchtgeschehen gedeutet werden kann, liefert die Genforschung zunehmend Lösungsansätze und -möglichkeiten, den Problemen der Zucht entgegen zu wirken. So werden bereits Testverfahren entwickelt, die Merkmalsträger als auch Anlageträger zweifelsfrei identifizieren können. Jede Medaille hat allerdings zwei Seiten. Auf der einen Seite ist es sicher gut, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, andererseits können die Erkenntnisse zu noch mehr zweifelhafter Selektion führen.

Reproduktionsmedizin

In den letzten Jahren erlebte die Fortpflanzungsmedizin bei Hunden einen Boom bei der Spermagewinnung. Laut Dr. Beate Walter, Spezialistin für Reproduktion bei Kleintieren an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, waren es fünf bis sechs Spermagewinnungen, jetzt sind es siebzig und mehr (Quelle: Dogs-Magazin, Gesundheit Teil 8: Fortpflanzung des Hundes).
Findige Züchter importieren Sperma aus anderen Ländern um den Genpool der heimischen Linie aufzufrischen. Laut VDH, der Dachverband des deutschen Hundewesens ist die künstliche Besamung allerdings nur bei Hündinnen erlaubt, die sich schon einmal auf normalen Wege fortgepflanzt haben.

Genpoolerweiterung als Alternative?

Das Einkreuzen anderer Rassen ist keineswegs neu, aber durch die Schließung der Zuchtbücher die Ausnahme geworden. Dennoch beginnen einige Züchter wieder damit, fremde Rassen einzukreuzen um damit den Genpool zu erweitern. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Gesundheit und Langlebigkeit der Rasse aus.

Widerstand regt sich

Im sogenannten Dortmunder Apell werden die deutschen Zuchtverbände aufgefordert, ähnlich wie in Großbritannien und auch Österreich, das Wohl und die Gesundheit in den Mittelpunkt der Zucht zu stellen und eine Abkehr von der Inzucht und Übertypisierung vorzunehmen.

Urheber des Beitragsbildes: maryart1 / 123RF Lizenzfreie Bilder

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